Home Hostile Environment Training Wie und Warum wird ein Heim zum Ziel von Einbrechern?

Wie und Warum wird ein Heim zum Ziel von Einbrechern?

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Die Auswahl der Häuser, die von Einbrechern als lohnenswerte Ziele gewählt werden, erfolgt nicht zufällig.
Wie in nahezu sämtlichen Kriminalitätsbereichen, so gilt auch für Einbruch: jede Straftat hat eine Vorgeschichte, die Wahl von Opfern und Zielen erfolgt nach einem erkennbaren Muster- so sagt es die Kriminologie ganz deutlich.
Eine kürzlich von der University of North Carolina Charlotte veröffentlichte Studie belegt diese Tatsache wieder einmal, und gibt Einblick in die Denkweise eines Verbrechers.

Forscher aus dem Bereich der Kriminologie befragten und untersuchten unlängst den Entscheidungsprozess von 422 zufällig ausgewählten professionellen Einbrechern, um herauszufinden, wie sie ihre Ziele auswählen.
Die Forscher befragten nur inhaftierte, erfahrene “Fachleute” des Bereichs Einbruch-Diebstahl. Die Stichprobengruppe betrug durchschnittlich 12,9 Festnahmen pro Insasse. Wenn man bedenkt, dass ein Einbrecher minimal zwischen 50 bis 100 Einbrüche begeht (statistisch im Durchschnitt), bevor er verhaftet wird, kann man leicht ausrechnen, dass jeder einzelne der befragten Täter viele hundert Einbrüche durchgeführt hatte, bevor es zu dieser Studie kam
Die Befragten waren also sämtlich erfahrene Einbruchsprofis. Die Ergebnisse der Befragung sind überraschend, und für Experten auch wieder nicht… die Erkenntnisse der Kriminologie sind wiederum bestätigt worden.

Leider scheinen nur die Bürger auch nach Jahrzehnten der SELBEN Erkenntnisse vielfach noch nicht hinzugelernt zu haben – zumindest sagt das die immer noch dauernd steigende Zahl von Einbrüchen.
Dabei ist es nahezu lächerlich einfach, das eigene und konkrete Risiko des eigenen Heims zu senken, als Ziel ausgewählt zu werden.
Laut dieser aufschlussreichen Studie erfolgen die allermeisten Einbrüche eben nicht zufällig, sondern die Täter überdenken ihre Zielauswahl in der Regel intensiv, manchmal Tage im Voraus, bevor ein Einbruch in die Tat umgesetzt wird.

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Hier sind – laut des Ergebnisses der genannten Studie – die 4 wesentlichen Kriterien, nach denen ein Einbrecher Ausschau hält, wenn er ein Haus als Einbruchsziel auswählt:

1. Das Vorhandensein eines Haussicherungssystems
Wir alle wissen, dass Alarmsysteme unser Zuhause schützen und die Behörden alarmieren. Im Gegensatz zu einer weit verbreiteten Meinung, die besagt, Einbrecher liessen sich von Alarmsystemen doch nicht abschrecken, hat die Befragung der “Experten” ergeben, dass Alarmsysteme Grund Nr. 1 sind, warum Einbrecher lieber ein anderes Ziel suchen.

Haussicherungssysteme lassen dem Dieb in der Regel nur eine begrenzte Zeit, um zu finden, was er will und um unentdeckt zu fliehen. Begrenzte Zeit bedeutet ein höheres Risiko und eine potentiell geringere Beute für Gauner.
Aus diesem Grund sagten gut 60% der befragten Einbrecher, dass allein schon das Vorhandensein eines Sicherheitssystems dazu führen würde, dass sie ein anderes Ziel wählen würden.
Hinzu kommt noch dies: wenn ein Alarm ausgelöst wird, nachdem der Einbruch begonnen hat, verlassen mehr als die Hälfte der befragten Einbrecher das Objekt sofort.
Insbesondere auch Kamerasysteme kombiniert mit Alarmanlagen schrecken Einbrecher ab.

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Letztendlich reduzieren Sie also Ihr persönliches Risiko ganz erheblich, das Ziel eines Einbruchs zu werden, indem Sie einfach ein professionelles Sicherheitssystem einrichten, welches sicherstellt, dass ein Einbruch sofort gemeldet wird, wenn eine unbefugte Person das Haus (die Wohnung) betritt.

2. Mögliche Zeugen
Es stellte sich bei der Befragung der Einbrecher heraus, dass neugierige Nachbarn ein wichtiger Bestandteil der Sicherheit Ihres Zuhauses sein können.
Als Forscher die Einbrecher nach ihren wichtigsten Faktoren fragten, wenn sie ein potenzielles Ziel in Betracht zogen, wurde als zweiter Hauptfaktor die Nähe zu anderen Personen genannt. Personen im Umfeld, die den Einbrecher oder den Vorgang des Einbruchs beobachten könnten, gelten als wichtiges Element dafür, dass ein Haus nicht als Ziel ausgewählt wird.
Dazu gehören schwer vorhersagbare Muster wie dauernder Verkehr, Nachbarn und wie oft Menschen vorbeikommen, oder ob ein Hund anwesend ist, der Fremde meldet und Nachbarn so aufmerksam macht.

Je mehr Personen in der Umgebung anwesend sind, desto größer ist das Risiko für den Täter für einen Notruf bei der Polizei. In den Augen eines Diebes hat jede Person, die das Haus passiert, das Potenzial, ihn als Einbrecher auffliegen zu lassen.
Je mehr aufmerksame Menschen in Ihrer direkten Nachbarschaft wohnen, desto geringer wird also unser persönliches Risiko, Einbruchsziel zu werden.
Das lässt neugierige Nachbarn in einem neuen Licht erscheinen… 🙂 Auch die Kooperation unter Nachbarn ist ein wertvolles Mittel, um Sicherheit zu erhöhen.

3. Sichtbarkeit des Hauses
Weiße Lattenzäune und wunderschön gepflegte Sträucher verleihen Ihrem Zuhause noch mehr Charme. Sie machen es leider auch zu einem Hauptziel für Diebe, die ihr nächstes Ziel suchen…

Die Studie zur Zielauswahl von Einbruchszielen sagt uns im Ergebnis dies:
„Die gute Sichtbarkeit während Betreten des Geländes und Flucht erhöhen das wahrgenommene Risiko der Festnahme erheblich. Wohnhäuser mit Zäunen, großen Bäumen oder vielen grösseren Büschen, die die Sicht auf Türen oder Fenster blockieren, werden als attraktiver angesehen [für Einbrecher]. “ Anders gesagt: je leichter ein Einbrecher auf dem Weg zum Haus und nach dem Einbruch von Nachbarn oder Passanten werden kann, desto weniger attraktiv wird ein Haus für Einbrecher.

Dieser Punkt geht mit möglichen Zeugen einher. Wenn Ihr Haus visuell von Ihren Nachbarn und Passanten extrem isoliert ist, desto mehr Zeit haben Einbrecher, einen Einstiegspunkt zu finden, Ihr Zuhause in Ruhe zu durchsuchen und unentdeckt zu bleiben bis sie dann unerkannt wieder abziehen.

Ein großes Zeitfenster für einen Einbruch ist oft zu verlockend, als dass ein erfahrener Dieb dies ignorieren könnte. Je mehr Zeit ein Einbrecher hat, unentdeckt zu bleiben, desto verlockender wird ein Ziel.
Ein guter Weg, um Einbrecher abzuschrecken, ist eine direkte Sichtverbindung zu Ihrem Haus von der Straße und den Häusern Ihrer Nachbarn.

4. Mehrere Fluchtwege
Wenn Einbrecher nach der Tat gute Fluchtmöglichkeiten haben, steigt das Risiko für ein Objekt. Umgekehrt, wenn eine rasche, direkte Flucht erschwert wird und Fluchtwege begrenzt werden, meiden Einbrecher ein Objekt.

Die UNC-Charlotte-Studie besagt, dass über 62% der Einbrecher auf die Verwendung eines Fahrzeugs angewiesen sind. Dies bedeutet, dass das ideale Ziel eines Diebes freie Straßen und einen schnellen Zugang zum Hauptverkehrsfluss hat.

Die Möglichkeit, das Objekt schnell und ohne gesehen zu werden zu verlassen, ist ebenfalls ein wichtiger Aspekt für Einbrecher. Hohe Zäune oder benachbarte Häuser in der Nähe können für einen Täter die Flucht mehr erschweren, als es einem Einbrecher lieb ist. Dies kann den Einbruch von vornherein verhindern.
Zu den effektivsten Massnahmen zählen hohe Zäune mit breiten Öffnungen zwischen den Lamellen. Diese Zäune ermöglichen es potenziellen Zeugen, eine klare Sicht auf Ihr Zuhause zu haben und gleichzeitig den Zugang zu Ihrem Grundstück zu erschweren.

Diese kürzlich veröffentlichte Studie von UNC Charlotte bietet viele wertvolle Einblicke in die Denkweise eines Einbrechers. Beispielsweise nennen die meisten Einbrecher Fenster als den bevorzugten Einstiegspunkt. Durch das Hinzufügen von Fenstersensoren zu Ihrem aktuellen Haussicherungssystem können Sie Eindringlinge abschrecken. Je früher ein Einbruch bei unbefugten Öffnen von Fenstern durch ein Alarmsystem gemeldet wird, desto höher ist der Abschreckungseffekt.

Natürlich heisst dies auch, dass Fenster geschlossen gehalten werden sollten, wenn man nicht selbst anwesend ist. Ein offenes Fenster ist eine direkte Einladung an Diebe und Einbrecher. Hier kommen wir wieder zurück zum Anfang. Jede Tat hat eine Vorgeschichte, fast NICHTS passiert zufällig. Wer unvorsichtig handelt, wird besonders schnell zum Opfer!

Eine Anmerkung noch an Menschen, denen Einbruchssicherung zu “lästig” oder “übertrieben” scheint: ein guter Teil von Einbrüchen endet in Gewalt, Raub, und Vergewaltigung, und auch in Todesfällen. Einbruch ist darum nicht einfach nur eine Frage, ob man ein paar Wertsachen verliert, die ja versichert sind… Einbrüche münden sehr oft in schlimmere Taten. Das sollte man sich auch verdeutlichen, wenn man den Nutzen von Alarmsystemen überdenkt.

Indem wir wissen, was ein Zuhause zu einem einfachen Ziel macht und was Einbrecher eher abschreckt, können wir einfache Änderungen vornehmen, die eine deutliche höhere Sicherheit und innere Ruhe bewirken. Und DAS erhöht unsere Lebensqualität und Lebensfreude ganz erheblich. Es liegt also ein grosses Stück weit an uns selbst!

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