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Hausbrände – es weihnachtet wieder – die Weihnachtszeit ist auch Zeit der Kabel- und Hausbrände – allzeit bereit?

Als Ausbilder für professionellen Personenschutz habe ich oft erlebt, dass die “Auszubildenden” etwas überrascht waren, wie viel Wert auf eine detaillierte Ausbildung in den Bereichen Brandverhütung, Feuerbekämpfung und Selbstrettung bei Bränden Teil der Gesamtausbildung sind, und sein müssen.

Der Grund dafür ist, dass sich nur wenige Bürger insgesamt echte Gedanken um diese Thematik machen, und die Gefahr an sich völlig unterschätzen. Ist es nicht ein Merkmal der Gesellschaft, alle die vernünftigen Dinge der Vorbereitung aus Bequemlichkeit an die Seite schiebt? Im Zusammenhang mit FEUER kann dies allerdings ganz wörtlich gesehen DAS LEBEN KOSTEN.

Und für Personenschützer – die gerne mit automatischen Schusswaffen, Granaten und Molotow-Cocktail üben (weil es durchaus WICHTIGER Teil der Ausbildung ist) – sollten an sich von Haus aus die Brandgefahr erkennen, oder? Auch solche Einsatzkräfte, die Blend- und Gasgranaten nutzen, müssen die hohe Brandgefahr realisieren, die damit in Zusammenhang steht. Hotelbrände sind auch sehr häufig, und Personenschützer verbringen viel Zeit in Hotels. Fahrzeugbrände – ebenfalls ein Thema speziell auch für Personenschützer. Also, kurz gesagt, in meinem Beruf sind Brandverhütung, Feuerbekämpfung und Selbstrettung wichtige Themen.

Der Durchschnittsbürger sagt: ja ich bin ja kein Personenschützer. Stimmt, und stimmt auch NICHT. In der heutigen Welt der zerstörten öffentlichen Ordnung werden sogar FEUERWEHRMÄNNER angegriffen, während sie versuchen Brände zu löschen. “Echte Männer” sind für mich Bürger/innen, die in der Lage sind, für sich selbst und ihre Familie einzustehen. Wir können weder auf die Polizei, noch auf die Feuerwehr zählen, denn die öffentliche Sicherheit ist beschädigt. WIR MÜSSEN ALSO UNSERER EIGENEN BODYGUARD SEIN!

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Brände sind SO HÄUFIG, dass extra eine FEUERWEHR erfunden wurde… das KANN also keine Randerscheinung sein, ein wenig ironisch gesagt. Und die Statistiken zeigen dies ja auch: die Zahlen wir Westeuropa und den USA sind ähnlich und vergleichbar:

Beispielsweise verursachen Brände in den Vereinigten Staaten jährlich Schäden in Höhe von mehr als 7 Milliarden US-Dollar, die Feuerwehren mussten auf mehr als 300.000 Hausbrände reagieren. Und jedes Jahr ist dies in etwa immer wieder gleich. Jedes Jahr sterben an die 3000 US-Amerikaner an den Folgen von Bränden, und mehr als 13.000 werden verletzt, teilweise schwer und für das Leben gezeichnet und eingeschränkt. Wenn du nicht Teil dieser Statistik werden möchtest, solltest auch DU beginnen, dich mit Brandverhütung, Feuerbekämpfung und Selbstrettung zu beschäftigen!

Es gibt ein altes Sprichwort bei Feuerwehrleuten der alten Schule: Wenn man einem Feuer entkommen will, muss man wie das Feuer denken!

Egal, ob es dein Zuhause, ein Hotel oder ein Bürogebäude ist: du musst wissen, wie sich Feuer ausbreitet, wenn du in einem brennenden Gebäude gefangen bist. Du solltest wissen, wie Feuer entsteht und am “leben bleibt”, und wie es sich in einem Gebäude ausbreitet und wächst, denn nur dann kannst du einen realistischen Fluchtplan erstellen, der der Feuerwehr zuspielt, anstatt ihr die Arbeit zu erschweren.

Die Survival-Grundlagen des Feuermachens sind die gleichen für Hausbrände:

  • ein Feuer benötigt einen „Funken“, oder allgemeiner gesagt eine Wärmequelle, die heiss genug ist, um brennbares Material zu entzünden
  • Sauerstoff (je mehr, desto besser)
  • eine Brennstoffquelle, dh. ausreichend viel brennbares Material

Vielleicht ist es nicht überraschend, aber einer der Orte in einem Haus, an denen Feuer besonders oft ausbrechen, ist die KÜCHE. Das mag der Grund sein, warum die Leute lieber auswärts essen, oder (Scherz)? Zigaretten sind auf der Ursachenliste auch sehr weit oben. Insbesondere sind es aber Elektrik- und Kabelbrände, welche die „Charts“ der Brandursachen anführen – zu viele Lade- und Stromkabel aus Billigproduktion, die in gefährlicher Art „verlegt“ sind, überlastete billige Steckdosen, schlecht verarbeitete Geräte usw.

Vom Moment des ersten “Funkens” an, wird das Feuer versuchen, sich so weit und so lange wie möglich auszubreiten, solange genügend Kraftstoff und Sauerstoff vorhanden sind. Die Hitze selbst eines “normalen” Hausbrands ist enorm.

Be Your Own Bodyguard
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Zum Beispiel “kocht” ein Hausbrand deine Weihnachtsgans buchstäblich in weniger als 4 Minuten (besser: verkohlt), da Temperatur rasch auf über 600° C steigt bei einem Küchenbrand. Kurz danach wird die Luft selbst so heiss, dass im Grunde genommen jedes brennbare Material sich spontan entzündet, allein von der Hitze. Dieses Phänomen wird als “flash over” bezeichnet und tritt auch dann auf, wenn keine tatsächlichen (wie bei offenen) Flammen vorhanden sind.

Warum langweile ich dich mit so sadistischen Details? Nun, du solltest verstehen, dass wenn du in einem brennenden Gebäude gefangen wirst, ein winziges Zeitfenster von 3-4 Minuten besteht, in welchem Du überleben kannst… hat sich einmal die Hitze entwickelt, wird tendiert deine Überlebenschance gegen Null… JEDER FEHLER kostet Zeit, und dies endet dann tödlich!

Denke auch in diesem Zusammenhang immer an das Motto der alten Pfadfinder: Allezeit bereit! Die Frage ist, wie?

Die erste Lektion lautet: Menschen und Feuer konkurrieren um dieselbe wichtige Ressource: Sauerstoff. Das Feuer verbrennt den Sauerstoff, den wir zum LEBEN benötigen. Im Schlaf, während der Brand uns das wichtigste Element des Überlebens raubt (den Sauerstoff eben), merken wir Nichts, im Gegenteil, Sauerstoffmangel macht uns schläfriger und handlungsunfähig. Bei einem heftigen Brand ist nicht mehr genug Sauerstoff für die Atmung vorhanden (einer der Gründe, warum Feuerwehrleute SAUERSTOFFFLASCHEN tragen…).

Normale Atemluft hat ca. 21% Sauerstoffanteil. Bereits ab unter 19% Anteil beginnen unsere Körperkräfte nachzulassen! Ab unter ca. 14% Anteil wird unser Urteilsvermögen drastisch gestört, und ab unter 10% folgen Ohnmacht und Erstickungstod.

Man muss genau verstehen, wie gefährlich Sauerstoffmangel für den menschlichen Geist und Körper ist, und wie rasch der Sauerstoff in einem brennenden Haus aufgebraucht ist! Hinzu kommt, dass Sauerstoffmangel nicht das einzige Problem ist. Während sich das Feuer ausdehnt, verursachen giftige Rauchschwaden extreme Reizungen in Augen und Lungen, ganz zu schweigen von giftigen Gasen wie Kohlenmonoxid, das selbst in geringen Mengen tödliche Folgen verursacht.

In der Tat tötet das Einatmen von Rauch mehr Menschen, als die tatsächlichen Flammen. Die Kombination von mangelnden Sauerstoff plus giftigen Gasen und Rauch sind Todesursache Nr. Eins. An sich kräftige, sportliche Menschen können sich nicht selbst retten, weil sie ZU SPÄT damit beginnen, z.B. weil sie zu lange zögern, nicht wissen was zu tun ist, weil sie gar nicht vorbereitet waren, oder sie keine WARNUNG hatten während sie schliefen (Rauchmelder!).

Was wir tun können, um am Leben zu bleiben

Das Nächste, was in einem Brand-Szenario berücksichtigt werden muss, ist das Situationsbewusstsein. In unserem Fall müssen wir wissen, wo genau wir uns in Bezug auf einen Brand befinden, sei es zu Hause oder in einem Bürogebäude, in einem Hotel oder wo auch immer. Öffentliche Gebäude sind gesetzlich dazu verpflichtet, Evakuierungskarten auszuhängen, aber mal ehrlich: wie oft hast du beim Betreten eines Gebäudes diese Schilder WIRKLICH mal gelesen und verinnerlicht?

Es macht grossen Sinn, sich mit dem Fluchtplan zu beschäftigen, es mag 1, 2 Minuten Zeit erfordern, andererseits kann es den Unterschied bedeuten zwischen Leben und Tod. Grundregel, wenn man in einem brennenden Gebäude gefangen ist, ist, so schnell wie möglich herauszukommen. Wir sollten auch in der Lage sein, den eigenen genauen Standort in einem Gebäude für Rettungskräfte oder Notruf-Disponenten mitteilen zu können, wie z. B. Etage und Zimmernummer usw. Je genauer unsere Angaben sind, desto SCHNELLER kann Hilfe kommen.

Ein weiterer Aspekt ist, dass selbst bei kleinen Bränden im Büro viele Menschen durch giftige Gase und Rauch sterben, die während der Verbrennung entstehen, insbesondere in schlecht belüfteten Räumen, die dazu neigen, den Rauch “einzufangen”. Daher sollten wir immer wissen, wo sich die Schlauchleitungen und Feuerlöscher in Bezug auf den eigenen Standort befinden, damit wir kleine Brände sehr schnell löschen können, oder wenn wir uns durch Flammen hindurch den Weg zum nächsten Ausgang erkämpfen müssen.

Hitze, Flammen und Rauch steigen auf, Feuer brennt nach oben hin. Auch wenn es nur eine Frage der Zeit ist, bis giftige Gase und Rauch den gesamten Raum einhüllen, versuche, so niedrig am Boden wie möglich zu bleiben, während du versuchst, der Hitze zu entkommen. Darüber hinaus kannst du Mund und Nase mit einem feuchten Tuch (Handtuch, T-Shirt o.ä.) abdecken und so die Menge an Rauch und giftigen Gasen reduzieren, die du einatmest. Dieser einfache Trick senkt auch die Temperatur der Luft beim Einatmen, und hilft so, Reizungen, Entzündungen und sogar Atemwegsverbrennungen zu vermeiden.

Überprüfe während der Flucht immer die Türen, bevor du sie öffnest. Auf diese Weise stellst du sicher, dass du keine Tür öffnest, auf deren anderen Seite der Flammentod wartet. Grundsätzlich musst du prüfen, ob die Tür oder ihre Griffe beim heiss sind. Wenn du die falsche Tür öffnest, kann sich das Feuer rasend schnell ausbreiten und aufgrund der zusätzlichen Sauerstoffzufuhr explosionsartig ausser Kontrolle geraten.

Wenn sich eine bestimmte Tür sehr warm anfühlt, wähle einen alternativen Ausgang. Wenn es keinen solchen gibt, suche nach einem Fenster, und ja, du musst es möglicherweise einschlagen, um zu entkommen oder Rettungskräfte auf dich aufmerksam zu machen

Denke daran: Regel Nr. 1 ist, so schnell wie möglich raus zukommen. Vergiss wertvolle Gegenstände, und rufe nicht einmal zuerst die Feuerwehr an. Das kannst du tun, nachdem du raus bist! Sobald du Flammen siehst oder Rauch riechst, musst du in den „Fluchtmodus“ wechseln und ABHAUEN. Nur eine Ausnahme natürlich: wecke Personen in deiner Wohnung (oder Einfamilienhaus), damit sie auch flüchten können.

Während eines Brandes ist es nicht ratsam, Aufzüge zu benutzen, da diese oft brandbedingt steckenbleiben. Alle Gebäude sind gesetzlich dazu verpflichtet, separate Ausgänge zu haben, ausser Aufzügen also Treppen oder Feuerleitern. Wenn du in deinem Zimmer gefangen bist, versuche, den Rauch vom Eindringen in den Raum abzuhalten, indem die nasse Kleidung, Decken oder Handtücher usw. an Türritzen und Lüftungsschächte legst, um den Rauch abzuhalten.

Wenn deine Kleidung Feuer fängt: gehe zu Boden und rolle dich rasch hin und her, um die Flammen zu ersticken. Bedecke dabei Gesicht und Mund mit den Händen. Zur Wiederholung noch einmal: KENNE DEN FLUCHTPLAN und verlasse den Brandort zu rasch es irgend möglich ist!

Feuerlöscher

Viele Menschen sterben bei Bränden, weil sie nicht wissen, wie sie damit umgehen sollen, oder weil sie versuchen, das Feuer selbst zu bekämpfen, ohne die nötigen Fähigkeiten zu haben. JEDER sollte einen Feuerlöscher im Haus haben (und im Auto), aber das nutzt nur DANN, wenn man damit auch UMGEHEN kann!

Dabei ist wichtig:

  • dass im Umgang mit dem Feuerlöscher geschult.
  • dass das Feuer in maximal fünf Sekunden löschen kann.
  • dass das Feuer ist klein und begrenzt ist, ein Feuerlöscher ist NICHT zum Löschen grösserer Brände geeignet! Du bringst dich damit nur in Gefahr.
  • dass sich keine brennbaren Abfälle oder gefährlichen Materialien in der Nähe befinden. Mit einem Feuerlöscher kann man das Feuer VERTEILEN, wenn man ihn falsch anwendet!

In Deutschland sterben jährlich zwischen 350 und 400 Menschen bei Bränden. In Ländern, die weniger gut organisiert sind (denke an Urlaube!) sind diese Zahlen teilweise sehr viel höher. Wie schon gesagt: sorge dafür, dass du oder deine Familienangehörigen oder Schutzpersonen nicht Teil dieser Statistik werden. Brände sind sehr viel häufiger, als landläufig angenommen!

Gruss von Mike Malak

Mitbegründer von SEI DEIN EIGENER BODYGUARD und SURVIVAL SELF-DEFENSE

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